
Mein Schiff 1 von TUI Cruises
Kreuzfahrten sind in der Regel kein billiges Reisevergnügen. Deshalb lohnt es sich, sie sorgfältig vorzubereiten. Das Kreuzfahrtschiff, das man sich wählt, ist für mindestens eine Woche das Heim; man kann es nicht wechseln wie ein Hotel, das einem am Urlaubsort nicht behagt. Deshalb sollte man das Kreuzfahrtschiff mit besonderer Sorgfalt aussuchen. Auch die Route, für die man sich ein-mal entschieden hat, kann man nicht umbuchen wie ein Flugzeug irgendwo unterwegs, darum kommt der Streckenwahl ebenfalls eine besondere Bedeutung zu. Aber wie das alles? Die Prozedur ist im Prinzip dieselbe wie bei der Buchung aller anderen Pauschalreisen auch, aber man sollte sich vielleicht mehr Zeit lassen und vor allem frühzeitig mit den Erkundungen beginnen, da die besten Kabinenplätze sehr schnell belegt sind. Kreuzfahrtrouten liegen meist ein Jahr und mehr vor Reisebeginn fest.
Der erste Schritt ist die Prospektinformation bzw. die Internetrecherche. Schon bei diesem Gang in sein Reisebüro kann man erkunden, ob das dortige Personal Erfahrungen hat mit der Vermittlung von Kreuzfahrten. Das ist auch heute noch alles andere als selbstverständlich. Anhand der Prospekte stelle man sich eine Liste mit Detailfragen zusammen, die nicht oder nur unzulänglich aus dem Katalog beantwortet werden. Ein gutes Reisebüro wird die Frage für seinen Kunden klären. Das Internet ist ebenfalls eine sehr gute Informationsquelle. Vor allem kann man hier die Kreuzfahrten aller Kreuzfahrtschiffe schnell und einfach nach den eigenen Vorgaben selektieren und vergleichen.
Schiffskategorien
Es gibt unter den Kreuzfahrtschiffen ebenso unterschiedliche Kategorien wie in der Hotellerie. Ein einheitliches Bewertungssystem besteht allerdings nicht, da sich die Reedereien und Agenten nicht auf gemeinsame Maßstäbe einigen können. Die Bewertungen des Engländers Douglas Ward sind eine gute Hilfestellung. Sein „Complete Guide to Cruising & Cruise Ships“ erscheint einmal jährlich und beinhaltet detaillierte Bewertungen aller gängigen Kreuzfahrtschiffe. Auch die Kreuzfahrtdatenbanken im Internet bieten Schiffsbeschreibungen und Schiffsbewertungen. Da die „Stern“ geschützt sind, hilft man sich hier mit Sonnen oder Steuerrädern. Jeder weiß, was gemeint ist, wenn ein Kreuzfahrtschiff mit Sonnen hat.
Die Marktführer mit Ihren riesigen Kreuzfahrtschiffen bieten ein vier Sterne Niveau. In diese Kategorie fallen Reedereien wie AIDA Cruises, TUI Cruises, Costa Kreuzfahrten, MSC Kreuzfahrten und die großen amerikanischen Reedereien. Allen voran Royal Caribbean und Carnival Cruise Lines. In der absoluten Luxusklasse beherrschen kleine, elegante Kreuzfahrtschiffe das Bild. Die MS Europa von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten gilt hier als die Nummer Eins. Andere Anbieter sind zum Beispiel Seabourn Cruise Line, Silversea oder Sea Dream. Eine klassische Kreuzfahrt auf vier Sterne Niveau bieten die Kreuzfahrtschiffe von Phoenix Reisen, TransOcean oder Plantours Kreuzfahrten. Primus in dieser Kategorie ist die MS Deutschland, die sicher auch bei den Luxuskreuzfahrten eingereiht werden könnte.
Routenwahl
Die Route, auf der Sie fahren wollen, ist zum Teil vorgegeben durch die Jahreszeit, in der Sie reisen wollen. Kreuzfahrtschiffe folgen der Sonne und dem Sommer, das heißt, im europäischen Sommer sind sie eher auf der nördlichen Erdhalbkugel unterwegs, im Winter eher in der südlichen Hemisphäre (die dann ja ihren Sommer genießt).
Ansonsten richtet sich die Wahl der Kreuzfahrt meist nach den angelaufenen Häfen und den angebotenen Landausflügen. Die Kreuzfahrtreedereien organisieren ihre Routen fast immer so, dass tagsüber ein Landausflug möglich ist, während das Kreuzfahrtschiff nachts weiterfährt. Erfahrungsgemäß wünschen insbesondere deutsche Kreuzfahrtpassagiere nämlich eine möglichst große Zahl von Häfen auf ihrer Tour.
Die persönlichen Neigungen kommen bei der Wahl selbstverständlich hinzu. Wer kulturell sehr interessiert ist und gerne Besichtigungen historischer Stätten unternimmt, wird beispielsweise mit einer Fahrt durch das östliche Mittelmeer besser bedient sein als mit einem Törn durch das westliche Mittelmeer. Liebhaber grandioser Naturszenerien werden in Norwegen zufriedener an der Reling stehen als beispielsweise in der Ostsee. Das Wetter ist ein weiterer Faktor. Wenn auch die Kreuzfahrer der Sonne nachreisen, so kann das Klima sehr unterschiedlich sein. Wer in schwülen Wetterlagen leicht Kreislaufbeschwerden bekommt, sollte sich auf Tropentouren bei den Landausflügen Mäßigung auferlegen. Wer unbedingt sonnengebräunt zurück-kehren will, kann bei einer Nordlandfahrt schon einmal enttäuscht werden – selbst im Hochsommer. Eine Besonderheit sind die mit klingenden Worten und ermäßigten Preisen angebotenen Überführungsfahrten von einem Saisongebiet ins nächste, etwa vom Norden in die Karibik. Sie finden meist im Frühjahr oder Herbst statt und führen bisweilen durch raue Wetterzonen oder haben mehr Tage auf See eingeplant als bei sonstigen Touren. Solche Fahrten sind Neigungssache. Wir schätzen diese Kreuzfahrten sehr.
Die Dauer der Kreuzfahrt
Wie lange man unterwegs bleiben will, hängt nicht zuletzt von den finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten ab, die man hat. Die meisten Kreuzfahrten gehen über sieben bis vierzehn Tage. Kurzkreuzfahrten finden immer mehr Freunde und werden deshalb auch häufiger angeboten. Eine Kurzkreuzfahrt eignet sich natürlich immer auch als Schnupperkreuzfahrt für Neulinge. Auch Weltreisen werden heute wieder gerne gebucht. Sogar Costa Kreuzfahrten bietet wieder Kreuzfahrten rund um den Globus an. Diese Weltreisen werden aber immer auch in Teilstrecken unterteilt. So kann man die Weltreise an den eigenen Urlaub und Geldbeutel anpassen und über mehrere Jahre verteilen.
Kabinenwahl
Natürlich gibt es unterschiedlich große und komfortable Kabinen, auch wenn es auf Kreuzfahrtschiffen keine unterschiedlichen Klassen mehr gibt. Die deutlichste Unterscheidung zwischen Kabinen sind die mit und die ohne natürliche Lichtquellen (Außenkabinen und Innenkabinen). Außenkabinen sind immer teurer, auch wenn sie nur ein winziges Bullauge haben. Die Königinnen unter den Außenkabinen sind die Balkonkabinen. Moderne Kreuzfahrtschiffe werden heute so konstruiert, dass ein möglichst hoher Prozentsatz aller Kabinen Balkonkabinen sind. Für Passagiere, die ihre Kabinen nur zu Schlafzwecken benutzen, mag dieser Unterschied den Preisvorteil wert sein. Die Belüftung ist ohnehin dieselbe-über die Klimaanlage.
Überhaupt gilt die Faustregel: Je höher die Kabine liegt, desto höher ist auch ihr Preis. Zu den Vorteilen zählen meist die größeren Fensterflächen und die großzügigeren Grundrisse. Aber es gibt noch andere Kriterien für die Kabinenwahl. Beispielsweise kann es wünschenswert sein, möglichst weit weg von der Schiffs-Disco zu schlafen. Bei einem Kreuzfahrtschiff ist eine Kabine in der Schiffsmitte der ruhigste Platz. Je tiefer man sich bettet, desto näher ist man den Maschinen des Dampfers und somit seinen Geräuschen und seinen Vibrationen.
All dies kann man sich durch sorgfältiges Studium der Deckspläne ausfindig machen.
Anreise
Kreuzfahrten werden in der Regel mit Spezialangeboten für die Anreise zum Ausgangshafen offeriert. Wegen der besonderen kalkulatorischen Grundlagen ist diese Anreise fast immer günstiger als selbst organisierte Fahrten. Wer mit dem Auto anreist, kann die Rechnung aber bisweilen für sich preiswerter gestalten. Dann muss er aber klären, welche Parkmöglichkeiten am Starthafen bestehen, wie hoch die Parkgebühren sind und ob die Garage bewacht wird.
Zu klären ist auch der Gepäcktransport. Wie weit hat der Reisende sein Gepäck selber zu transportieren? Gibt es beispielsweise die Möglichkeit, das Gepäck schon am Wohnort aufzugeben und im Schiff in der eigenen Kabine wieder vorzufinden? Gewichts- und Größenbegrenzungen für das Gepäck gibt es bei Kreuzfahrten so gut wie nie. Zu beachten sind Maße und Gewichte aber bei kombinierten Flug-Seereisen (Fly and Cruise). In Flugzeugen ist das Gewicht für das Economy-Gepäck auf 20 Kilo und für das First-Class-Gepäck auf 30 Kilo limitiert. In manchen Ländern, beispielsweise in den USA, gelten auch Grenzen für die Außenmaße des Gepäcks. Eine Binsenweisheit, nicht nur für die Anreise, die nicht oft genug wiederholt werden kann: Die Reiseunterlagen, das Geld und sonstige Wertsachen gehören ins Handgepäck, nicht in den Koffer.
Garderobe
Man kleidet sich an Bord nicht anders als an Land auch. Das heißt: Im schwimmenden Hotel ist die Garderobe den Umständen und den geselligen Ereignissen ebenso angepasst wie im erstklassigen Ferienhotel. Tagsüber auf See Sommersachen, Badekleidung und Bademantel (manche Schiffe stellen ihn, das sollte man vor dem Einpacken erkunden), bei Landausflügen strapazierfähige Kleidung entsprechend dem Klima, jedenfalls Kopfbedeckung, Sonnenbrille und feste Schuhe. Bei Nordlandtouren empfiehlt sich ein Pullover, auch ein Übergangsmantel kann nützlich sein.
Abends trägt man nicht mehr große Garderobe. Zu den Höhepunkten der Bordgeselligkeit, zum Captain’s- oder Gala-Dinner oder zu großen Festen gilt aber noch: Damen im langen Abendkleid, Herren in dunklem Anzug. Bei den meisten Reedereien sind das nicht mehr als zwei Abende pro Woche. Und bei vielen Reedereien kann man Anzug und Abendkleid ganz zuhause lassen. Dazu gehören die deutschen Marktführer AIDA Cruises und TUI Cruises oder auch Norwegian Cruise Line.
Medizinische Versorgung
Die modernen Kreuzfahrtschiffe haben oft sogar kleine Kliniken. Ärztliche Hilfe ist an Bord meist näher als zu Hause.
Seekrankheit
Gerhart Hauptmann hat auf einer Seereise nach Griechenland nähere Bekanntschaft mit der Seekrankheit gemacht: „Ich stelle mir vor, er (Poseidon) schickt einen aalartigen Wurm aus der Tiefe herauf, mit dem Kopf zuerst durch den Mund in den Magen des Seefahrers; aber so, dass der Kopf in den Magen gelangt, dort eingeschlossen, der Schwanz mittlerweile ruhig im Wasser hängen bleibt. Der Seefahrer fühlt diesen Wurm, den niemand sieht. Obgleich er ihn aber nicht sieht, so weiß er doch, dass er grün und schleimig ist und endlos in die See hinunterhängt und mit dem Kopf im Magen festsitzt.“
Nun, es gibt eine Reihe von Mitteln gegen die Seekrankheit, die gewiss Linderung verschaffen, wenn man nur daran glaubt: fasten oder sich den Bauch vollschlagen, Bettruhe im tiefsten Inneren des Schiffsrumpfs, frische Luft, Wodka, Stabilisatoren. Die beste Medizin gibt’s beim Bordarzt, Tabletten oder Spritzen. Sie wirken sofort. Man entschlummert, und beim Erwachen ist die See ja vielleicht schon wieder ruhig. Wir haben immer ein Päckchen Emesan-Tabletten im Gepäck. Wenn es rau zu werden droht, nehmen wir vorsichtshalber eine halbe Tablette.
Landausflüge
Krönung der Kreuzfahrt sind die Landprogramme, die man vor der Reise en bloc oder an Bord jeweils einige Tage vorher bucht. Erfahrene und/oder unternehmungslustige Kreuzfahrer ziehen es vor, Hafenstädte oder auch entferntere Sehenswürdigkeiten im gemeinsam gemieteten Taxi auf eigene Faust zu erkunden. Dazu gehören wir auch. Man muss aber wissen, dass diese Vorgehensweise Tücken birgt -beispielsweise, dass es am Ort nicht genug Taxen gibt (Nordkap).
Das Risiko selbständiger Unternehmungen liegt in der Laune des Zufalls: eine Panne im einsamen Tal der Schmetterlinge, ein Staubkörnchen in der Einspritzdüse …Ist ja klar: Wenn von den Bussen im Konvoi einer zurückbleibt, wird sich natürlich jemand von der Agentur darum kümmern. Man wird einen neuen Bus herschicken. Das Kreuzfahrtschiff läuft nicht aus, wenn 30 oder 40 Gäste fehlen, aber wenn’s nur drei sind und die Liegefrist abläuft… Kreuzfahrtschiffe warten in der Regel nicht.
Was nun folgt, ist so ziemlich das Unangenehmste, was einem Kreuzfahrer passieren kann. Er muss sich an den Agenten wenden. Der wird kaum Verständnis heucheln und wegen der Zumutung und sinnlosen Mehrarbeit eher ungehalten sein. Wie nun, wenn der nächste Hafen in einem anderen Land liegt, Reisepass und Geld aber auf dem Kreuzfahrtschiff zurückgeblieben sind? Das Abenteuer leichtfertig begonnener Küstenerkundung in eigener Regie kann (muss nicht) sehr ärgerlich und teuer enden. Trotzdem organisieren die meisten Kreuzfahrer viele Landausflüge selber. Mit etwas Vorbereitung vor der Kreuzfahrt geht das in der Regel auch ohne Probleme.